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Können Bio-Lebensmittel das Krebsrisiko senken?

Ja sicher werden die Verfechter von Bio-Kost sagen. Deutlich vorsichtiger werden wohl viele Wissenschaftler antworten, ist die Frage auch nicht so ganz eindeutig auf Basis der Sachlage zu beantworten. Fakt scheint zu sein, dass ein Unterschied zwischen Bio-Kost und konventioneller Ernährung bei der Entstehung von Krebs in weiten Grenzen wohl eher nicht gegeben bzw. nicht nachweisbar ist.

Das wäre auch schlimm, würde es doch bedeuten, dass eine konventionell erzeugte, gesunde und ausgewogene Ernährung krebserregend sei. Das ist nach heutigem Stand der Wissenschaft auszuschließen. Aber trotzdem gibt es Unterschiede zwischen biologisch und konventionell. Auch abseits von Herbiziden, Pestiziden und Gentechnik.

Bakterielle Vielfalt macht den Unterschied

Eine Studie mit Äpfeln zeigt Unterschiede auf, die auch auf andere Lebensmittel zutreffen könnten. Biologen aus Österreich untersuchten die Besiedlung von Äpfeln mit Mikroorganismen und stellten fest, dass beide Äpfel, konventionell oder biologisch erzeugt, etwa gleich vielen Bakterien eine Heimat bieten. Allerdings lebt auf und in dem Bio-Apfel eine deutlich artenreichere Mikroflora, die nach Ansicht der Studienautoren auch besser mit der natürlichen Darmflora des Menschen harmonieren würde. Ob dieser Unterschied ausreicht, um die Entstehung von Krebs beim Menschen zu verhindern, kann diese Art von Studie nicht beantworten. Dieser Fragestellung nahm sich eine große beobachtende Studie aus Frankreich an. Nach den Ergebnissen der Studie korreliert eine konsequente Ernährung mit biologisch erzeugten Lebensmitteln mit einem geringeren Risiko für einige Krebsarten, wie z.B. dem Brustkrebs der Frau. Ob für diesen Befund allerdings die biologische Ernährungsweise ursächlich verantwortlich ist oder die insgesamt gesündere Lebensführung der Bio-Anhänger, bleibt offen und kann auch mit dieser Studie nicht beantwortet werden.

Für gesundheitsbewusste Menschen, die durch Ernährung ihr persönliches Krebsrisiko senken möchten, bedeutet diese Studie, dass sie sich in aller erster Linie gesund und ausgewogen mit viel Obst, Gemüse, Fisch und wenig rotem Fleisch ernähren sollten. Ob die Lebensmittel biologisch oder konventionell erzeugt werden, erscheint dabei zunächst unter gesundheitlichen Gesichtspunkten von untergeordneter Bedeutung zu sein. Für die persönliche Entscheidungsfindung könnte bei der Frage nach der Art der Erzeugung der Lebensmittel eher die Nachhaltigkeit der Produktion, der Ressourcenverbrauch, das Tierwohl und der Einsatz von Herbiziden, Pestiziden und Arzneimitteln wie Antibiotika eine Rolle spielen.

Fazit: Ob mit Bio-Lebensmitteln besser Krebs vorgebeugt werden kann als mit konventionell erzeugten, ist nicht eindeutig zu belegen. Entscheidend für das persönliche Krebsrisiko ist die Lebensweise, zu der eine gesunde und ausgewogene Ernährung zählt.